Pickert

Der Pickert wird in den Zubereitungsformen „Kastenpickert“, „Pfannenpickert“ und „Lappenpickert“ gegessen. Er ist eine regionale Spezialität, auf Basis eines Kartoffel-Mehl-Teigs.

Das westfälische Kartoffelgericht wird seit dem 18. Jahrhundert vorwiegend von der ärmeren Bevölkerung gegessen und direkt auf der Herdplatte gebacken. Die Hausfrauen erfanden dieses Gericht aus der Not heraus, denn bis in die 1930er Jahre ist bei der Landbevölkerung nur das auf den Tisch gekommen, was sie selber angebaut haben – in Ostwestfalen vorwiegend die Kartoffel. Der Name wird mit der Zubereitungsweise verbunden und stammt vom plattdeutschen „picken“ für „ankleben“ ab. Damit dies nicht passiert, wurde eine Speckschwade zum Einfetten der Platte verwendet.

Der Kastenpickert ist eine alternative Zubereitungsform. Dabei wird der Pickert in einer Kastenform gebacken, anschließend in Scheiben geschnitten und in einer Pfanne gebraten.

Der Pickert wird süß oder deftig serviert. Mögliche Zugaben für die süße Variante sind Butter, Marmelade oder Zuckerrübensirup. Die deftige Alternativen kann mit Heringsstipp, grober Leberwurst, Blutwurst, Mett, Räucherfisch oder –fleisch kombiniert werden.

Ein gesellschaftliches Event ist das traditionelle Pickertessen, bei dem eine große Gruppe in geselliger Runde zusammensitzt und über einen längeren Zeitraum hinweg den frisch zubereiteten Pickert verzehrt.